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Francis Benichou: Verzierungs- und Variationspraxis in den italienischen Opern Rossinis. Betrachtung historischer Aufführungsmethoden und Rekonstruktion stilistisch angemessener Verzierungen. Leipziger Universitätsverlag 2014.

“Eine Sängerin sang Rossini eine seiner Arien vor, die sie so stark verzierte, dass der Komponist ihr zwar höflich Beifall spendete und ihre schöne Stimme lobte, um sie dann aber zu fragen, von wem denn die Musik stamme.

Aus dieser Anekdote darf nicht der Schluss gezogen werden, dass Rossini nur die von ihm selbst ausgeschriebenen Koloraturen für angebracht hielt. Vielmehr war es zu seiner Zeit allgemein üblich, dass die Sänger eigene Verzierungen anbrachten, und gute Gesangskünstler konnten das auch geschmackvoll ausführen. Er legte allerdings Wert darauf, dass seine Musik angemessen verziert wurde. Die Kolorierung musste bestimmten Regeln folgen. Nach der Hochblüte des Belcanto verlor sich diese Kunst gründlich. Die durch eineinhalb Jahrhunderte verschüttete Kenntnis der Gesangsverzierung durch die Sänger holt Francis Benichou im vorliegenden Buch wieder in das Bewusstsein zurück – eine Anleitung für Sänger zur Vollendung ihrer Gesangskunst und zum Hörgenuss des Publikums.”

Prof. Dr. Bernd-Rüdiger Kern

1. Vorsitzender, Deutsche Rossini Gesellschaft

 

Francis Benichou: Variabilität stilgerechter Schlussverzierungen in der Musik Rossinis, in «La Gazzetta», XXII, 2012, S. 11-34.